Viel Lava hinter der Kleinstadtfassade

 

Autorin Nicola Förg stellt ihren neuen Krimi „Hüttengaudi" in der Buchhandlung Rupprecht vor

Erschienen in: Passauer Neue Presse Ausgabe Pfarrkirchen vom 28. Januar 2012 

Von Ramona Dröst 

 

Pfarrkirchen. „Nicht schon wieder ein Krimi, der in Bayern spielt", tönt es genervt aus vielen
Buchläden des Freistaates, wenn es um die Neuerscheinungen geht. Mittlerweile ist es eine richtige

Modeerscheinung geworden. Der Büchermarkt wird überschwemmt von unzähligen so genannten

Regionalkrimis, deren Inhalte sich fast schon gleichen wie ein Ei dem anderen. Doch die Bücher von Nicola
Förg, die als Erfinderin des Alpenkrimis gilt, sind anders. Der Erfolg gibt ihr Recht.

 

Einem begeisterten Publikum hat sie am Donnerstagabend in der Buchhandlung Rupprecht ihr mittlerweile
elftes Werk „Hüttengaudi" präsentiert. „Ich finde die Bücher ausgesprochen schön. In den Werken
und der Autorin stecken viel Witz und Herz", hieß Maria Rupprecht, Inhaberin der Buchhandlung,
die Autorin und rund 40 Zuhörer willkommen. Trotz dieser freundlichen Begrüßung wollte
Nicola Förg nicht gleich „mit der Leiche ins Haus fallen" und setzte sich erstmal gemütlich ihre Lesebrille
auf, bevor sie anfing, den Zuhörern vom neusten Fall ihrer sympathischen Kommissarin zu berichten.

 

„Hüttengaudi" ist der dritte Krimi um Kommissarin Irmi Mangold und beginnt, wie seine beiden Vorgänger,
im bayerischen Garmisch. Dort lässt sich Irmi von der Nachbarin zu einer Schrothkur in Oberstaufen

überreden. Während Irmi nun täglich um halb 4 Uhr morgens unsanft geweckt wird, um sich in
feuchte Tücher wickeln zu lassen, taucht bei ihrer Kollegin Kathi in Garmisch eine Leiche auf. Doch
auch Irmi in Oberstaufen kann nicht lange entspannen, denn schon bald wird auch hier ein Toter
entdeckt, der sich ausgerechnet als Irmis Exmann Martin Maurer entpuppt. „Eine ungute Art mit dem
Ex konfrontiert zu werden", kommentiert die Autorin. Zwei verschiedene Orte mit zwei verschiedenen
Leichen, doch beide Male die gleiche Todesursache.

 

 

Viel Arbeit: Nach der Lesung signierte Nicola Förg zahlreiche Bücher.                                                                                                            - F.: Dröst

Dass das kein Zufall sein kann, ist für Irmi und Kathi sofort klar. Die Ermittlungen nehmen ihren
Lauf. Mit viel Witz und Ironie beginnt die Polizeiarbeit der Kolleginnen, die bald den ersten Verdächtigen
in die Mangel nehmen. Doch ob der Hüttenwirt tatsächlich etwas mit dem Mord zu tun
hatte, wollte die Autorin natürlich nicht verraten.

 

Nicola Förg beweist an dem Abend, dass sie nicht nur eine geniale Autorin ist, sondern auch eine
gute Erzählerin. Das Publikum lauschte gespannt jedem Wort. Ihr Vortrag verlor an keiner Stelle an

Dynamik und sie schaffte es, sich charmant in jede Rolle einzufügen und die Zuhörer im richtigen

Moment zum Lachen zu bringen. Mit klarer Stimme und immer mit einem kleinen Schmunzeln
führte sie durch die Geschichte.

 

Nach der Lesung stand die Autorin dem Publikum gerne noch für Gespräche zur Verfügung. So
galten Fragen ihrer Inspiration und ihrem nächsten Krimi „Mordsviecher", der im März erscheint.
Ob sie mittlerweile vom Bücherschreiben allein leben könne, wollten die Gäste wissen,

was Nicola Förg bejahte. Den Journalismus bezeichnete sie liebevoll als ihr „schlechtbezahltes
Hobby". Und zieht sie Regionalkrimis den üblichen Großstadtkrimis vor? Mit einem
Lächeln meinte sie dazu: „Hinter der Kleinstadtfassade, da brodelt so einiges an Lava. Und die droht
jeden Augenblick zu explodieren."  Viele Besucher ließen sich anschließend die Gelegenheit nicht
entgehen, sich ihr Exemplar von der Autorin persönlich signieren zu lassen.

Nicola Förg in der Buchhandlung Rupprecht in Pfarrkirchen.